Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen. CO2-Neutralität bedeutet, dass die Menge an CO2, die durch menschliche Aktivitäten entsteht, der Menge entspricht, die von der Natur – im Wesentlichen Böden, Wälder und Ozeane – aufgenommen werden kann. Derzeit produzieren wir viermal so viel CO2, wie diese natürlichen Kohlenstoffsenken aufnehmen können. Daher ist es dringend notwendig, unsere Volkswirtschaften zu dekarbonisieren und Alternativen zu Produkten fossilen Ursprungs zu finden. Genau darum geht es in der Strategie für die Bioökonomie, die Ende November von der Europäischen Kommission verabschiedet wurde.
In ihrer 70. Folge nimmt Sie der Podcast „Nourrir l’Europe“ mit auf eine Reise zu Unternehmern, die Materialien verwerten, die bisher von Land- und Forstwirten als Abfall betrachtet wurden. Lewin Fricke vom deutschen Start-up TriqBriq stellt uns sein geniales und nachhaltiges System aus ineinandersteckbaren Holzziegeln vor, das die Baubranche revolutioniert. Götz Graf Bülow, Regionalleiter von ForstBW, dem staatlichen Forstunternehmen Baden-Württembergs, erklärt uns, inwiefern die neuen nachhaltigen Wertschöpfungsketten positive Auswirkungen für die Forstwirte und die Waldbewirtschaftung haben. In Ungarn berichtet Andrea Veres, Honorar-außerordentliche Professorin an der Ungarischen Universität für Lebenswissenschaften und Landwirtschaft, über ihr Start-up Agrologika, das Schafwolle sammelt, um daraus Düngerpellets herzustellen.
Schließlich geht Michael Losch, Koordinator für Bioökonomie in der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission, auf die Hintergründe der europäischen Strategie für die Bioökonomie ein.