Slow German

Annik Rubens
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  • Slow German

    Der Eurovision Song Contest ESC – SG 319

    2026-03-17 | 11 min.
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    Zur Folge:

    Kennst du den ESC? Das ist die AbkĂŒrzung fĂŒr Eurovision Song Contest. Der ESC ist ein internationaler Musikwettbewerb. Jedes Jahr schauen mehr als 160 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die Show im Fernsehen oder im Internet. LĂ€nder aus Europa und auch aus anderen Teilen der Welt nehmen teil, zum Beispiel Australien. Organisiert wird der Wettbewerb von der EuropĂ€ischen Rundfunkunion, einem Zusammenschluss von öffentlich-rechtlichen Sendern. In diesem Jahr feiert der ESC seinen 70. Geburtstag.

    In der vergangenen Woche fand der deutsche Vorentscheid statt. Das bedeutet, dass in einer großen Show am Samstagabend neun Lieder vorgestellt wurden. Danach entschied sich die Jury fĂŒr drei davon. Und am Ende durften wir alle per Telefon abstimmen, welcher Song in diesem Jahr fĂŒr Deutschland antritt. Der ESC findet diesmal am 16. Mai in Wien statt. Ich mache an diesem Abend wie immer eine kleine Party bei uns zu Hause. Wir schmĂŒcken das Wohnzimmer, schalten den Fernseher ein und alle Freundinnen und Freunde bringen Essen aus dem Land mit, das der Gastgeber ist. Dieses Jahr ist es Österreich, das wird also ziemlich einfach mit Schnitzel, Kaiserschmarrn und MĂ©lange. Was das ist, musst Du unbedingt im Internet nachschauen.

    Kommen wir wie immer zur Geschichte. Der erste Eurovision Song Contest fand im Jahr 1956 statt. Damals trafen sich sieben LĂ€nder in der Schweizer Stadt Lugano. Jedes Land schickte zwei Lieder ins Rennen. Gewonnen hat vor 70 Jahren die Schweiz. Die Idee hinter dem Wettbewerb war, Europa nach dem Zweiten Weltkrieg kulturell nĂ€her zusammenzubringen. Musik sollte helfen, Grenzen zu ĂŒberwinden und ein GefĂŒhl von Gemeinschaft zu schaffen. Auch heute ist das Motto „United by Music“.

    Schon ein Jahr spĂ€ter, 1957, war Deutschland Gastgeber. Der Wettbewerb fand in Frankfurt am Main statt. Deutschland gehört zu den wenigen LĂ€ndern, die fast jedes Jahr teilgenommen haben. Nur 1996 war Deutschland nicht im Finale, weil das Lied in einer internen Vorauswahl nicht genug Punkte bekam. Seit dem Jahr 2000 gehört Deutschland zu den sogenannten „Big Five“. Das sind die fĂŒnf LĂ€nder, die am meisten Geld zum Wettbewerb beitragen: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien. Diese LĂ€nder sind automatisch fĂŒr das Finale qualifiziert.

    Am Anfang war der Wettbewerb noch klein und ruhig. Die SĂ€ngerinnen und SĂ€nger standen meist einfach auf der BĂŒhne und sangen ihre Lieder. Ich habe jetzt einige Ausschnitte gesehen, das war wirklich gar kein Vergleich mit heute! Mit der Zeit wurde die Show immer grĂ¶ĂŸer. Heute gibt es aufwĂ€ndige BĂŒhnenbilder, Lichtshows und wilde TĂ€nzerinnen und TĂ€nzer. Seit 2004 gibt es Halbfinale-Shows, weil so viele LĂ€nder teilnehmen. Nur ein Teil der LĂ€nder kommt dann ins große Finale am Samstagabend.

    Ein wichtiges Element des Wettbewerbs ist das Punktesystem. Seit 1975 vergibt jedes Land Punkte von 1 bis 8, dann 10 und 12 Punkte. Die 12 Punkte sind die höchste Wertung. FrĂŒher entschied nur eine Jury. Heute gibt es meistens eine Kombination aus Jury und Publikumsvoting. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können per Telefon, SMS oder App abstimmen. Ich erinnere mich noch, dass ich dabei als Kind immer eingeschlafen bin.

    Deutschland hat den Wettbewerb bisher zweimal gewonnen. 1982 siegte Nicole mit dem Lied „Ein bisschen Frieden“. Dieses Lied war eine ruhige Ballade und passte gut in die politische Zeit des Kalten Krieges. Der Sieg war fĂŒr viele Menschen in Deutschland sehr emotional. 1983 fand der Wettbewerb deshalb in MĂŒnchen statt. Der zweite Sieg kam 2010. Die damals 19-jĂ€hrige Lena gewann mit dem Lied „Satellite“. Der Wettbewerb wurde 2011 in DĂŒsseldorf ausgetragen. Auch dieser Sieg war fĂŒr Deutschland etwas Besonderes, weil er nach vielen weniger erfolgreichen Jahren kam.

    In den vergangenen Jahren hat Deutschland oft schlecht abgeschnitten. Mehrmals landete das Land auf einem der letzten PlĂ€tze. Trotzdem bleibt das Interesse am ESC groß. Viele Fans diskutieren jedes Jahr ĂŒber die Lieder, die Punkte und die Auftritte. In sozialen Medien ist der Wettbewerb ein großes Thema. Geht es hier wirklich um die QualitĂ€t der Musik oder auch um die Beliebtheit des Landes? Das ist die große Frage. Und oft bekommen die LĂ€nder auch von ihren NachbarlĂ€ndern viele Punkte.

    In Deutschland war bis jetzt der Norddeutsche Rundfunk, kurz NDR, fĂŒr die Organisation zustĂ€ndig. Dieses Jahr zum ersten Mal der SWR. Der jeweilige Sender wĂ€hlt aus, wie der deutsche Beitrag bestimmt wird. Meistens gibt es einen sogenannten Vorentscheid. Das ist eine Fernsehshow, in der mehrere KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler gegeneinander antreten. Das Publikum und manchmal auch eine Jury entscheiden dann, wer Deutschland beim ESC vertreten darf. Wie schon gesagt war es diesmal eine Mischung aus Jury und Publikum.

    Gewonnen hat diesen Vorentscheid Sarah Engels mit dem Song „Fire“. Sarah Engels kennen viele Menschen in Deutschland schon. Sie war Teilnehmerin bei „Deutschland sucht den Superstar“, einer Castingshow. SpĂ€ter war sie in vielen weiteren Ă€hnlichen Shows zu Gast. Das Lied ist ein Ohrwurm, aber es ist nicht originell. Und mich persönlich langweilen diese immer gleichen Lieder, bei denen Frauen halbnackt und betont sexy tanzen. Wenn du dir selber ein Bild machen möchtest: Ich verlinke auf slowgerman.com alle Teilnehmer des Vorentscheides. Hier kannst du sie auch im Video sehen.

    https://www.youtube.com/watch?v=LN-ulL2t2IQ

    Der deutsche Vorentscheid hat sich im Laufe der Jahre verĂ€ndert. Manchmal wurden bekannte Stars eingeladen, manchmal eher neue Talente. Es gab Jahre mit großen Shows und Jahre mit kleineren Formaten. Oft wird in Deutschland diskutiert, welche Art von Lied die besten Chancen hat: ein Popsong, eine Ballade oder vielleicht etwas ganz Ungewöhnliches. Manche Fans wĂŒnschen sich mehr Mut und mehr Musik auf Deutsch. Andere glauben, dass englische Texte international besser funktionieren. Als Moderatorin haben wir seit vielen Jahren Barbara Schöneberger. Den richtigen ESC-Abend moderiert dann aber aus dem Off, also nur als Stimme, Torsten Schorn. Über 20 Jahre war das der Job von Peter Urban, einer Radiolegende.

    FĂŒr Deutschlernende ist der ESC auch sprachlich interessant, wenn Deutschland, Österreich oder die Schweiz ein Lied auf Deutsch schicken. Dieses Jahr schickt Deutschland Sarah Engels mit dem englischen „Fire“. Die Schweiz schickt Veronica Fusaro. Und Österreich schickt den 19-jĂ€hrigen SĂ€nger CosmĂł mit dem deutschsprachigen Song „Tanzschein“, ich verlinke das Video:

    https://www.youtube.com/watch?v=IPvJbGy5_o0&list=RDIPvJbGy5_o0&t=2s

    FĂŒr wen drĂŒckst Du am 16. Mai die Daumen?

    Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg319kurz.pdf

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    SĂŒdtirol – SG 318

    2026-03-03 | 9 min.
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    Zur Folge:

    Ich suche gerade nach einem guten Ort fĂŒr unseren nĂ€chsten Urlaub. Und da dachte ich an SĂŒdtirol. Also eine gute Gelegenheit, um mal ĂŒber diese Region eine Podcastepisode zu machen, oder?

    SĂŒdtirol liegt im Norden von Italien. Es ist eine Region in den Alpen und grenzt an Österreich und die Schweiz. Die Landschaft dort ist sehr schön. Ich war schon mehrere Male dort. Es gibt hohe Berge, grĂŒne TĂ€ler, FlĂŒsse und Seen. Die bekanntesten Berge sind die Dolomiten. Sie gehören zum UNESCO-Welterbe. Viele Menschen kommen nach SĂŒdtirol, um Urlaub zu machen. Sie wandern, fahren Ski oder klettern in den Bergen. Es gibt hier auch richtig schöne Hotels, die Wellness anbieten und gutes Essen. SĂŒdtirol ist also ein wichtiges Ziel fĂŒr Touristen, aber es ist auch ein Ort mit einer langen und interessanten Geschichte.

    Die Geschichte von SĂŒdtirol ist sehr besonders. FrĂŒher gehörte die Region nicht zu Italien, sondern zu Österreich. Das kann man sich ja am Namen schon denken, denn Tirol ist eine Region in Österreich. SĂŒdtirol war Teil des sogenannten Habsburgerreiches. Die Habsburger waren eine mĂ€chtige adelige Herrscherfamilie, die ĂŒber viele Jahrhunderte unter anderem Österreich und das Heilige Römische Reich regierte. Die Menschen in SĂŒdtirol jedenfalls sprachen Deutsch. Erst nach dem Ersten Weltkrieg Ă€nderte sich das. 1919 wurde SĂŒdtirol durch den Vertrag von Saint-Germain Italien zugesprochen. Das war fĂŒr viele Menschen in SĂŒdtirol eine große VerĂ€nderung. Sie mussten jetzt zu einem neuen Staat gehören, zu Italien. Die meisten Menschen sprachen weiter Deutsch, aber die Regierung in Rom wollte, dass Italienisch die Hauptsprache wird.

    In den 1920er- und 1930er-Jahren fĂŒhrte die italienische Regierung unter Benito Mussolini eine Politik der „Italianisierung“ ein. Das bedeutet, dass alles Italienisch werden sollte: die Schulen, die Ämter und sogar die Straßenschilder. Deutsch war nicht mehr offiziell erlaubt. Viele Menschen fĂŒhlten sich dadurch fremd im eigenen Land. Es gab eine schwere Zeit fĂŒr die deutschsprachige Bevölkerung in SĂŒdtirol. Viele Familien mussten italienische Namen annehmen, und die Kinder mussten Italienisch lernen.

    WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs gab es eine besondere Vereinbarung zwischen Italien und Deutschland. Die deutschsprachige Bevölkerung in SĂŒdtirol konnte entscheiden, ob sie nach Deutschland ziehen wollte oder in der Heimat bleiben wollte. Viele blieben, weil ihre Familien seit Generationen in SĂŒdtirol lebten. Nach dem Krieg, 1946, begann Italien mit der neuen Verfassung. SĂŒdtirol bekam einen besonderen Status als autonome Provinz. Das heißt, die Region konnte vieles wieder selbst entscheiden, zum Beispiel die Schule, die Sprache und die Kultur.

    Heute hat SĂŒdtirol drei offizielle Sprachen: Deutsch, Italienisch und Ladinisch. Ladinisch ist eine sehr alte Sprache, die nur noch von wenigen Menschen gesprochen wird. Sie existiert vor allem in den DolomitentĂ€lern. Die Mehrheit der Bevölkerung spricht Deutsch. Viele Menschen sprechen auch Italienisch. In den Schulen lernen Kinder beide Sprachen. In der Verwaltung gibt es ebenfalls beide Sprachen. Das sorgt dafĂŒr, dass die Kultur der Region geschĂŒtzt wird.

    Die Hauptstadt von SĂŒdtirol ist Bozen. Auf Italienisch heißt sie Bolzano. Bozen ist ein wichtiger Ort fĂŒr Wirtschaft und Kultur. Dort gibt es Museen, Theater und eine UniversitĂ€t. Eine berĂŒhmte Attraktion in Bozen ist der Ötzi, die Gletschermumie. Ötzi lebte vor ĂŒber 5.000 Jahren in den Alpen. Er wurde 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden, nahe der Grenze zwischen Italien und Österreich. Heute kann man ihn im SĂŒdtiroler ArchĂ€ologiemuseum in Bozen sehen.

    Die Wirtschaft in SĂŒdtirol ist vielfĂ€ltig. Die Region ist bekannt fĂŒr Obst, besonders Äpfel. SĂŒdtirol produziert die meisten Äpfel Italiens. Außerdem gibt es Weinbau. Die Weine aus SĂŒdtirol sind in Italien und im Ausland beliebt. Der Tourismus spielt ebenfalls eine große Rolle. Viele Hotels, Pensionen und Skigebiete arbeiten fĂŒr GĂ€ste aus aller Welt. Trotz des Tourismus versuchen die Menschen, die Natur zu schĂŒtzen. In SĂŒdtirol gibt es mehrere Naturschutzgebiete und Nationalparks, zum Beispiel den Nationalpark Stilfserjoch. Was ich an den Hotels dort mag ist, dass sie ihre Heimatregion feiern. Ich war in einem Hotel, da waren fast alle Materialien aus der Region. Zum Beispiel ein bestimmtes Holz, das dort wĂ€chst. Auf dem Stuhl lagen Filzkissen, auch in der Region hergestellt. So etwas gefĂ€llt mir sehr.

    Die Kultur von SĂŒdtirol ist gerade durch die Geschichte des Landes interessant, weil sie eben deutsch und italienisch geprĂ€gt ist. In vielen StĂ€dten und Dörfern gibt es traditionelle Feste. Oft werden alte BrĂ€uche gepflegt, zum Beispiel das Almabtrieb-Fest im Herbst. Dann bringen die Bauern ihre KĂŒhe von den Bergen ins Tal. Die KĂŒhe werden geschmĂŒckt, und es gibt Musik und Essen. Auch die Architektur zeigt die Mischung der Kulturen. Es gibt alte BauernhĂ€user aus Holz, aber auch italienische Villen und moderne GebĂ€ude. Die Menschen hier haben ihre eigene IdentitĂ€t bewahrt, obwohl sich die politischen Grenzen mehrmals geĂ€ndert haben.

    Es gibt ĂŒbrigens kleine Gruppen, die SĂŒdtirol wieder als Teil von Österreich sehen wollen – sie bekommen aber nur wenige Stimmen bei Wahlen, soweit ich das verfolgt habe. So, und jetzt muss ich meinen Urlaub planen. Bis zum nĂ€chsten Mal!

    Übrigens: Schau gerne mal auf slowgerman.com, ich produziere jede Woche neue Inhalte, zum Beispiel kurze Dialoge, Audios ĂŒber Redewendungen, HörverstĂ€ndnisĂŒbungen und Quizze. Gibt es alles im Premium-Bereich, Du kannst es kostenlos testen!

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    Die MĂŒnchner Sicherheitskonferenz – SG 317

    2026-02-13 | 8 min.
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    Zur Folge:

    Du weißt, dass ich in MĂŒnchen lebe. Und heute beginnt hier in MĂŒnchen die Sicherheitskonferenz. Wir MĂŒnchner merken das zum Beispiel dadurch, dass sehr viel Polizei in der Altstadt unterwegs ist. Dass Autobahnen gesperrt werden. Dass man nicht mehr durch den Bereich gehen darf, der um das Hotel „Bayerischer Hof“ liegt. Denn dort findet die Konferenz statt. Und es wird viele Demonstrationen geben, gegen die Sicherheitskonferenz, aber auch zum Beispiel fĂŒr die Menschenrechte im Iran. Das sind doch genug GrĂŒnde, um heute mal ĂŒber diese Konferenz zu sprechen, oder?

    Die MĂŒnchner Sicherheitskonferenz ist ein jĂ€hrliches Treffen, bei dem Politikerinnen und Politiker, MilitĂ€rs und Expertinnen und Experten aus vielen LĂ€ndern zusammenkommen. Sie ist sozusagen ein zentrales Forum fĂŒr internationale Diskussionen ĂŒber Sicherheit und Frieden. Man spricht dort ĂŒber Kriege, Bedrohungen durch neue Technologien oder geopolitische Spannungen zwischen Staaten. Es ist aber kein offizielles Staatstreffen, sondern eine privat organisierte Veranstaltung.

    Die Geschichte dieser Sicherheitskonferenz beginnt schon im Jahr 1963. Damals nannte man sie „Internationale Wehrkunde-Begegnung“. Die Idee dazu hatte Ewald-Heinrich von Kleist, ein Offizier und WiderstandskĂ€mpfer gegen das NS-Regime. Sein Ziel war es, dass sich LĂ€nder ĂŒber Sicherheit austauschen und gemeinsam Probleme lösen. Beim ersten Treffen waren nur wenige Teilnehmer dabei, aber wichtige Persönlichkeiten wie der spĂ€tere Bundeskanzler Helmut Schmidt und der US-Politiker Henry Kissinger gehörten dazu. Das Treffen war bewusst in MĂŒnchen, weil der GrĂŒnder einen neutralen Ort suchte, an dem offene GesprĂ€che möglich sind.

    Im Laufe der Jahre hat sich die Konferenz stark verĂ€ndert. In den ersten Jahren, vor allem wĂ€hrend des Kalten Krieges, war sie relativ klein und diskret. Die meisten GĂ€ste kamen aus Europa und den USA. Nach dem Ende des Kalten Krieges wuchs die Konferenz deutlich. Politiker und Staatschefs aus vielen Regionen der Welt nahmen teil, etwa aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Heute gilt die MĂŒnchner Sicherheitskonferenz als eines der wichtigsten Foren der Welt, wenn es um Fragen der internationalen Sicherheit geht.

    Ein besonderes Merkmal der Konferenz ist, dass sie keine offiziellen BeschlĂŒsse oder VertrĂ€ge verabschiedet. Stattdessen sollen Vertreterinnen und Vertreter von Staaten in ehrlichen GesprĂ€chen unterschiedliche Standpunkte kennen- und verstehen lernen. Viele Treffen und GesprĂ€che finden auch im kleinen Kreis und informell statt. Diese GesprĂ€che abseits der großen Podien sind oft genauso wichtig wie die offiziellen Diskussionen.

    Die 62. MĂŒnchner Sicherheitskonferenz findet vom 13. bis 15. Februar 2026 statt. Sie wird erneut im Hotel Bayerischer Hof in MĂŒnchen organisiert, wie es in den vergangenen Jahrzehnten Tradition ist. 1000 GĂ€ste werden erwartet, aus 120 Staaten. Darunter mehr als 60 Staats- und Regierungschefs, fast 100 Außen- und Verteidigungsminister sowie viele weitere hochrangige Politikerinnen und Politiker.

    Und damit die alle sicher sind bei der Sicherheitskonferenz, sind 5000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Normalerweise kommen die nicht nur aus Bayern, sondern auch aus den anderen BundeslĂ€ndern. Da gibt es aber diesmal ein Problem, denn es ist Fasching und Karneval. Andere BundeslĂ€nder haben also genug damit zu tun, diese Veranstaltungen zu schĂŒtzen. Daher kommt diesmal sogar VerstĂ€rkung aus den NachbarlĂ€ndern.

    Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnet die Sicherheitskonferenz offiziell. Am Samstag soll der US-Außenminister Marco Rubio sprechen. Wer kommt noch? Zum Beispiel der Sohn des 1979 im Iran gestĂŒrzten Schahs, Reza Pahlavi. Vertreter des iranischen Regimes sind nicht eingeladen. Und auch der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj wird erwartet. Neben diesen großen Reden ist aber vor allem wichtig, was die vielen GĂ€ste abseits der Kameras und Mikrofone besprechen.

    Interessant fand ich ĂŒbrigens ein Zitat des Leiters der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger. Er sagte, man will in diesem Jahr das „kaputte Fahrrad“ der Beziehungen zwischen Europa und den USA reparieren. Ich bin sehr gespannt, ob das funktioniert.

    In den vergangenen Jahren war die rechtsextreme und rechtspopulistische Partei AfD nicht zur Sicherheitskonferenz eingeladen worden. Letztes Jahr traf sich daraufhin die AfD-Politikerin Alice Weidel demonstrativ in MĂŒnchen mit JD Vance. Dieses Jahr sind Mitglieder der AfD offiziell eingeladen.

    Wir werden in den nĂ€chsten Tagen viel ĂŒber diese Konferenz hören. Und wir hier in MĂŒnchen werden froh sein, wenn die SiKo dann wieder vorbei ist.

    Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg317kurz.pdf

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    Hexen in Deutschland – SG 316

    2026-02-03 | 12 min.
    Letztens habe ich die Netflix-Serie Wednesday gesehen. Und in einer Episode ging es um Hexen und um Hexerei. Ich habe mich dann an mein Studium der Amerikanischen Kulturgeschichte erinnert. An die Hexenprozesse von Salem, die Salem Witch Trials. Es ist ein Kapitel der Geschichte, das man heute kaum glauben mag, oder? Also habe ich mal nachgeschaut, wie das eigentlich in Deutschland mit den Hexen war.

    Wenn wir heute an Hexen denken, sehen wir oft MĂ€rchenfiguren mit spitzen HĂŒten und Besen. Kinder verkleiden sich an Halloween oder Fasching gerne als Hexen. Und bei Zauberern denken wir an Harry Potter. Also alles positiv, oder? Doch in der Vergangenheit war das Thema sehr ernst und oft sehr grausam. Besonders zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert hatten viele Menschen in Deutschland große Angst vor Hexen.

    Im Mittelalter und in der frĂŒhen Neuzeit glaubten viele Menschen an Magie, DĂ€monen und den Teufel. Krankheiten, schlechte Ernten oder Naturkatastrophen konnte man sich oft nicht erklĂ€ren. Deshalb suchte man nach Schuldigen. Hexen galten als Menschen, die mit dem Teufel zusammenarbeiteten und anderen Schaden zufĂŒgten. Dieser Glaube war in vielen Teilen Europas verbreitet, aber im Gebiet des heutigen Deutschlands gab es besonders viele Hexenverfolgungen.

    Die Vorstellung davon, wer eine Hexe war, entstand nicht aus echten Beweisen, sondern aus Angst, Glauben und Vorurteilen. Es gab keine klare oder sichere Methode, um eine Hexe zu erkennen. Trotzdem glaubten viele Menschen, dass man bestimmte Zeichen sehen könne.

    Oft begann alles mit einem UnglĂŒck. Wenn eine Kuh starb, ein Kind krank wurde oder die Ernte schlecht war, suchte man einen Schuldigen. HĂ€ufig fiel der Verdacht auf Menschen, die anders waren oder am Rand der Gesellschaft lebten. Das konnten arme Menschen sein, Bettlerinnen, alte Frauen oder Personen, die Streit mit Nachbarn hatten. Auch wer als unfreundlich oder schwierig galt, konnte schnell verdĂ€chtigt werden.

    Ein weiteres wichtiges Element waren GerĂŒchte. Wenn jemand sagte: „Diese Frau hat mich verflucht“, konnte das ausreichen, um eine Untersuchung zu starten. GerĂŒchte verbreiteten sich schnell, besonders in kleinen Dörfern. Angst und Misstrauen verstĂ€rkten sich gegenseitig. Manchmal beschuldigten Menschen andere auch aus Rache oder Neid.

    Richter und Geistliche glaubten an bestimmte Zeichen von Hexerei. Man suchte zum Beispiel nach dem sogenannten Hexenmal. Das sollte eine Stelle auf der Haut sein, die angeblich vom Teufel stammte. Muttermale, Narben oder Warzen galten als verdĂ€chtig. Man stach mit Nadeln hinein. Wenn die Person keinen Schmerz zeigte oder nicht blutete, galt das als Beweis, dass sie eine Hexe ist, obwohl das medizinisch natĂŒrlich gar keinen Sinn hatte.

    Auch das Verhalten spielte eine Rolle. Wer sich nicht richtig verteidigen konnte, sehr Àngstlich war oder sich aus NervositÀt widersprach, wurde schnell verdÀchtigt. Unter Folter gestanden viele Menschen, eine Hexe zu sein. Sie nannten dann oft weitere Namen, weil man ihnen versprach, die Schmerzen zu beenden. So entstanden lange Ketten von neuen Anschuldigungen.

    TrĂ€ume, Visionen oder Aussagen von Kindern wurden ebenfalls ernst genommen. Kinder sagten manchmal, sie hĂ€tten gesehen, wie jemand nachts flog oder sich in ein Tier verwandelte. Solche Aussagen galten damals als glaubwĂŒrdig. Heute wissen wir, dass Kinder leicht beeinflusst werden können und eine lebendige Fantasie haben.

    Zusammengefasst kann man sagen: Man kam nicht durch Wissen oder Beweise darauf, wer eine Hexe war. Es waren Zufall, Angst, soziale Konflikte und falsche Vorstellungen. Fast jeder konnte beschuldigt werden, wenn die UmstÀnde schlecht waren. Und so kam es dann zu den sogenannten Hexenprozessen.

    Die meisten Hexenprozesse fanden zwischen etwa 1550 und 1650 statt. Historiker schĂ€tzen, dass in Europa rund 40.000 bis 60.000 Menschen wegen Hexerei hingerichtet wurden. Ein großer Teil davon lebte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, also in Gebieten des heutigen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Deutschland war damals kein einheitlicher Staat, sondern bestand aus vielen kleinen FĂŒrstentĂŒmern, StĂ€dten und kirchlichen Gebieten. Jedes Gebiet hatte eigene Gesetze und Gerichte. Das machte Hexenprozesse leichter, weil es keine zentrale Kontrolle gab.

    Die Angeklagten waren meistens Frauen. Etwa drei Viertel der Opfer waren weiblich. Oft waren es Ă€ltere Frauen, arme Frauen oder Frauen, die allein lebten. Aber auch MĂ€nner und sogar Kinder wurden beschuldigt. Die VorwĂŒrfe reichten von Schadenzauber ĂŒber das Vergiften von Brunnen bis hin zu Treffen mit dem Teufel. Viele GestĂ€ndnisse kamen durch Folter zustande. Die Menschen sagten dann alles, was die Richter hören wollten, nur um die Schmerzen zu beenden.

    Eine wichtige Rolle spielte das Buch „Der Hexenhammer“, auf Latein „Malleus Maleficarum“. Es erschien 1487 und wurde von zwei Dominikanermönchen geschrieben. Das Buch erklĂ€rte, wie man Hexen erkennt, verhört und bestraft. Es war kein Gesetz, hatte aber großen Einfluss auf Richter und Geistliche. Besonders betont wurde darin, dass Frauen angeblich leichter vom Teufel verfĂŒhrt werden. Diese Idee verstĂ€rkte die Verfolgung von Frauen.

    Bekannte Orte der Hexenverfolgung in Deutschland sind zum Beispiel Bamberg und WĂŒrzburg. In Bamberg wurden zwischen 1626 und 1631 etwa 1.000 Menschen hingerichtet. Dort ließ der FĂŒrstbischof sogar ein eigenes GefĂ€ngnis fĂŒr angebliche Hexen bauen. Auch in WĂŒrzburg starben mehrere Hundert Menschen. Unter den Opfern waren angesehene BĂŒrger, Geistliche und Kinder. Das zeigt, dass niemand wirklich sicher war, wenn die Verfolgung einmal begonnen hatte.

    Mit der Zeit wuchs jedoch auch Kritik an den Hexenprozessen. Einige Gelehrte und Juristen zweifelten an den Beweisen und an der Anwendung von Folter. Einer der bekanntesten Kritiker war der Jesuit Friedrich Spee. Er hatte als Beichtvater mit Angeklagten zu tun und erkannte, wie ungerecht die Verfahren waren. 1631 veröffentlichte er ein Buch, in dem er die Hexenprozesse scharf kritisierte. Seine Argumente trugen dazu bei, dass die Verfolgungen langsam weniger wurden.

    Im 18. Jahrhundert endeten die Hexenprozesse in Deutschland. Die letzte bekannte Hinrichtung wegen Hexerei fand 1775 in Kempten im AllgÀu statt. Die AufklÀrung spielte dabei eine wichtige Rolle. Die Menschen begannen, mehr an Wissenschaft und Vernunft zu glauben. Gerichte verlangten bessere Beweise, und Folter wurde nach und nach verboten.

    Heute erinnern Museen, Gedenktafeln und Ausstellungen an die Opfer der Hexenverfolgung. In vielen StĂ€dten wird ĂŒber diese Geschichte offen gesprochen. Ich habe natĂŒrlich gleich nachgesehen, wie es in MĂŒnchen ist. Auch hier gab es eine regelrechte Hexenjagd. Allein in MĂŒnchen wurden an der Stelle des heutigen Busbahnhofs an der HackerbrĂŒcke an die 200 Frauen und MĂ€dchen bei lebendigem Leibe verbrannt. Alles im Namen Gottes.

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    Flucht aus der DDR – SG 315

    2026-01-20 | 9 min.
    Heute habe ich wieder ein Thema aus der deutschen Geschichte mitgebracht, wobei das noch gar nicht so lange her ist. Ich möchte ĂŒber die Flucht aus der DDR sprechen.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland wie du wahrscheinlich weißt in vier Besatzungszonen geteilt. Die Gewinner USA, UdSSR, Frankreich und Großbritannien teilten sich das Land auf. Aus diesen Zonen entstanden spĂ€ter zwei Staaten: die Bundesrepublik Deutschland im Westen und die Deutsche Demokratische Republik im Osten. Das war eine große Umstellung fĂŒr die Menschen, das können wir uns alle vorstellen. Viele Menschen verließen in den ersten Jahren die DDR und gingen in den Westen. Zwischen 1949 und 1989 sollen das insgesamt rund 3,8 Millionen Menschen gewesen sein. Um das zu stoppen, baute die DDR im Jahr 1961 die Berliner Mauer. Sie trennte Ost- und West-Berlin und wurde im Laufe der Zeit immer stĂ€rker gesichert.

    Warum wollten die Menschen fliehen? Vor allem, weil sie Freiheit wollten. Die DDR war ein diktatorisches Regime. Man wollte den realen Sozialismus aufbauen, an sich eine gute Idee und das hat auch in Teilen funktioniert. Aber eben nur in Teilen. Die Menschen durften den Staat oder die Regierung nicht offen kritisieren, es gab also keine Meinungsfreiheit. Die Staatssicherheit, kurz Stasi, bespitzelte Menschen. Das bedeutet, dass sie sie ausspionierte. Also heimlich ĂŒberwachte. Man fĂŒhlte sich also stĂ€ndig ĂŒberwacht und beobachtet. Es gab auch keine Reisefreiheit. Oft entschied der Staat auch ĂŒber die Berufswahl der Menschen, man durfte also nicht immer den Weg gehen, den man eigentlich gehen wollte.

    Viele reisten dennoch legal aus, unter bestimmten UmstÀnden war das möglich. Der Rest war sozusagen eingesperrt. Wer raus wollte, musste fliehen.

    So, wie können wir uns die Teilung Deutschlands, also vor allem die Mauer, vorstellen? Ich war leider nie vor der Wiedervereinigung in Berlin. Ich war 13, als die Mauer fiel. Aber natĂŒrlich kenne ich die Teile der Mauer, die heute noch stehen und ein Denkmal sind. Die Mauer bestand allerdings nicht nur aus Beton. Es gab ZĂ€une, GrĂ€ben, WachtĂŒrme, Scheinwerfer und bewaffnete Grenzsoldaten. Auch an der ganzen innerdeutschen Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik gab es Ă€hnliche Anlagen. Fluchtversuche waren lebensgefĂ€hrlich. Viele Menschen wurden entdeckt, verhaftet oder sogar erschossen. Trotzdem versuchten immer wieder Menschen zu fliehen, auf ganz unterschiedliche Weise. Etwa 140.000 bis 150.000 Menschen schafften es in dieser Zeit zu fliehen.

    Einige Menschen versuchten ihre Flucht ĂŒber die Luft. Diese Versuche nennt man heute „MauerflĂŒge“. Sie waren besonders riskant, weil der Luftraum streng kontrolliert war. Die DDR ĂŒberwachte den Himmel mit Radar und hatte eine Flugabwehr. Normale BĂŒrger durften keine Flugzeuge besitzen oder frei fliegen. Trotzdem fanden einige Menschen kreative Lösungen.

    Ein sehr bekannter Mauerflug fand zum Beispiel im Jahr 1979 statt. Zwei Familien aus ThĂŒringen bauten in ihrer Freizeit einen großen Heißluftballon. Sie nĂ€hten dafĂŒr Stoffbahnen zusammen und konstruierten einen Brenner. In einer Nacht starteten sie dann mit acht Personen an Bord. Der Ballon stieg hoch genug, um die Grenze zu ĂŒberqueren, und landete schließlich in Bayern, also in Westdeutschland. Diese Flucht wurde spĂ€ter weltweit bekannt. Sie zeigte, dass auch einfache Materialien und viel Planung zu einer erfolgreichen Flucht fĂŒhren konnten. Aber was fĂŒr einen Mut diese Menschen haben mussten! Es gibt ĂŒbrigens auch einen Spielfilm zu diesem Thema, er heißt „Ballon“ und ist von 2018.

    Neben Heißluftballons gab es auch andere FluggerĂ€te, die zur Flucht verwendet wurden. Manche Menschen nutzten kleine Motorflugzeuge oder Ultraleichtflugzeuge. In einzelnen FĂ€llen starteten sie von improvisierten PlĂ€tzen in der DDR und flogen sehr niedrig, um nicht vom Radar entdeckt zu werden. Das war extrem gefĂ€hrlich, denn ein technischer Fehler oder schlechtes Wetter konnte tödlich sein. Außerdem drohten bei Entdeckung lange Haftstrafen.

    Insgesamt waren aber MauerflĂŒge natĂŒrlich sehr selten im Vergleich zu anderen Fluchtarten. Die Menschen sind eher durch Tunnel geflohen oder mit gefĂ€lschten Papieren. Aber die MauerflĂŒge bekamen viel Aufmerksamkeit, weil sie so spektakulĂ€r waren.

    An dieser Stelle muss ich aber auch erwĂ€hnen, dass es viele Menschen nicht geschafft haben, zu fliehen. Es ist nicht so leicht, verlĂ€ssliche Zahlen zu finden, gesichert sind wohl 140 Menschen, die den Fluchtversuch ĂŒber die Berliner Mauer nicht ĂŒberlebt haben. Sie wurden entweder von Grenzsoldaten erschossen oder sie ertranken in der Spree. Rund 500, manche gehen auch von doppelt so vielen aus, starben an der Grenze der DDR zur BRD. Und das nur, weil sie ihre Freiheit wollten und dort leben, wo sie selber es wollten. Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor, oder?

    Noch ein SchlĂŒsselwort, das du in diesem Zusammenhang kennen musst: Republikflucht. So bezeichnete man damals die Flucht aus der DDR. Wenn du die Wörter in diesem Text nicht verstehst, dann schlag sie bitte nach. So vergrĂ¶ĂŸerst du deinen Wortschatz mit jeder Episode Slow German. Oder werde Premium-Mitglied, das geht auf Patreon oder auf slowgerman.com, dann bekommst Du zu jeder Episode eine Vokabelliste Deutsch-Englisch und dazu noch Lernmaterial. Bis zum nĂ€chsten Mal!

    Text der Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg315kurz.pdf

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