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- Seekarten sind die Grundlage dafür, dass Schiffe sicher über die Ozeane fahren können, dass Windräder auf See errichtet, Kabel und Pipelines verlegt werden können. Die zentrale internationale Stelle für Seekarten und die Vermessung der Weltmeere ist die "International Hydrographic Organization" (IHO) mit Sitz im Fürstentum Monaco. Zum Ende seiner Amtszeit spricht der scheidende Generalsekretär Mathias Jonas im Hafenkonzert-Podcast über die Arbeit der Organisation, die weltpolitischen Herausforderungen und seinen eigenen bewegten Weg dorthin.
Als 16-Jähriger heuert der gebürtige Rostocker in der DDR auf einem Semicontainerschiff an, erlebt Ostafrika, studiert später an der Seefahrtsschule Warnemünde, promoviert und wechselt kurz nach der Wende an die Fachhochschule Hamburg. 2017 wird er als erster Deutscher zum IHO-Generalsekretär gewählt. Im Gespräch geht es um die Vermessung der Weltmeere (bislang sind erst rund 30 Prozent detailliert erfasst), um GPS-Störungen, autonome Schifffahrt, den Streit um die Namen von Unterwasserformationen zwischen China, Vietnam und Malaysia - und um die Frage, warum die Papierseekarte trotz Digitalisierung nicht ausstirbt.
Moderation: Dietrich Lehmann
Aufgenommen wurde das Gespräch mit Mathias Jonas im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Rostock.
Alle Ausgaben des Hamburger Hafenkonzerts gibt es unter ndr.de/hafenkonzert, in der NDR Hamburg-App und bei ARD Sounds.
Themen dieser Ausgabe (in Sendereihenfolge)
🌊 Die "UNO der Seekarten" - Was macht die IHO und warum hat sie ihren Sitz in Monaco
👑 Ein Fürst als Gastgeber - Wie Albert I. von Monaco die Idee einer internationalen Kartierung der Meere anschob
🚢 Vom Vollmatrosen zum Diplomaten - Mathias Jonas über seinen Karriere-Weg und was der Seemannsberuf mit internationaler Verständigung zu tun hat
📚 Zwei deutsche Dienste, eine Behörde - Über das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und warum Rostock heute Zentrum der deutschen Hydrographie ist
🗺 Papier oder Bildschirm - Warum die elektronische Seekarte die Papierkarte verdrängt hat, sie aber wegen der aktuellen Weltlage doch nicht ganz verschwindet
📡 GPS unter Beschuss - Warum Satellitennavigation in der östlichen Ostsee zunehmend gestört wird und welche Alternativen es gibt
⚓ Vom Titanic-Unglück zur weltweiten Norm - Wie das Schiffsunglück von 1912 den Impuls zur internationalen Vereinheitlichung von Seekarten und Betonnung gab
🌐 Vermessung der Weltmeere - Erst 30 Prozent der Ozeane sind detailliert kartiert; vor zehn Jahren waren es sechs; wie die Suche nach dem Flug MH370 dazu beigetragen hat
🏔 Streit um Namen unter Wasser - Wie Vietnam, Malaysia und China den Kampf um Meeresgebiete auch über die Benennung von Unterwasserbergen austragen
🤖 Autonome Schifffahrt und Vermessung - Warum ferngesteuerte Systeme die Vermessung der Ozeane revolutionieren
🌡 Meer und Klima - Warum die Hydrographie eine Schlüsselrolle beim Verständnis des Klimawandels spielt - Es war die Medienstory des Frühjahrs 2026: ein Buckelwal wird in der Ostsee zunächst vor Wismar gesichtet und strandet schließlich vor Timmendorfer Strand. Seine weitere Odyssee wird nicht nur medial begleitet, sondern auch von vielen Menschen vor Ort direkt verfolgt.
Eine sogenannte Rettungsaktion bringt den Wal in die Nordsee. Wenige Wochen später stirbt das Tier im Kattegat vor der dänischen Insel Anholt. Längst hatte sich eine heftige Debatte entwickelt, darüber, wie und ob man überhaupt dem Tier helfen soll und kann - ein Streit, der streckenweise den Pfad der Wissenschaft längst verlassen hat.
Wir erzählen die Geschichte dieser drei Monate, fragen nach bei Wissenschaftlern und wollen vor allem wissen, ob sich so etwas wiederholen kann oder ob und was man aus dieser Geschichte um den Buckelwal gelernt hat.
Burkhard Baschek: der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund berichtet über die ersten Rettungsversuche in der Ostsee, über Verschwörungstheorien und Drohungen gegen Wissenschaftler.
Joe Groebel: der Hamburger Medienpsychologe erklärt, wie dieser Hype um den Buckelwal zu erklären ist und welche Rolle die Politik im Drama um Timmy spielt.
Fabian Ritter: der Meeresbiologe und Walforscher erklärt die Routen der Buckelwale und die Risiken für die Tiere. Er sagt, der umstrittene Rettungsversuch, der den Wal in die Nordsee gebracht hat, habe das Leiden des Tieres unnötig verlängert.
Timmy im Theater: im Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg ist der Buckelwal der Star einer einmaligen Aufführung. - Die Themen im Überblick:
⚓ Landgang-Studie der Seemannsmission: Warum kommen viele Seeleute nur selten von Bord - und wie lässt sich die Situation verbessern?
⚓ Renn-Tretboote an der TUHH: Schiffbau-Studierende tüfteln an immer schnelleren Booten
⚓ Flussschifferkirche: längere Öffnungszeiten und Sommerprogramm
⚓Ein Segelschiff als schwimmende Bühne: Junge Darstellerinnen und Darsteller führen Musical "Die Flut" in Häfen entlang der Ostsee auf
⚓ TARA Polaris 1: Forschende aus Bremerhaven berichten von ihren Vorbereitungen für die Expedition zum Nordpol
⚓ Das Theaterschiff Hamburg ist zurück von der Weft und steht kurz vor Beginn der neuen Spielzeit
⚓ Abschied nach 50 Jahren: Kurt Richter, Schiffsführer bei der HADAG, dreht mit der Fähre "Hamburgensie" eine letzte Runde durch den Hamburger Hafen
⚓ Ferien-Tipp: Playmobil-Ausstellung zur Geschichte der Schifffahrt im Internationalen Maritimen Museum - Der Hamburger Hafen ist für viele Gäste ein touristisches Highlight, für die Stadt aber vor allem das wirtschaftliche Herz - und für Tausende von Menschen ein Arbeitsplatz. Einer, der diesen Ort kennt wie kaum ein anderer, ist Daniel Jahn von der Hamburg Port Authority. Als Koordinator für Fachbesucher führt er Wissenschaftler, Unternehmer und offizielle Gäste durch den Hafen und erklärt Details, die man auf normalen Hafenrundfahrten nicht zu hören bekommt.
Aufgezeichnet an einem heißen Sommertag auf dem Oberdeck der Rickmer Rickmers, spricht Daniel Jahn im Hafenkonzert-Podcast über die aktuellen Herausforderungen des Standorts: Warum Hamburg als Hafenstadt etwas Besonderes ist, wie die Landstromversorgung technisch funktioniert und warum sie auch für Containerschiffe immer wichtiger wird. Es geht um die Hafenbahn als Alleinstellungsmerkmal, um die schwierige Anbindung ans Deutsche-Bahn-Netz, um die A26 Ost, die gesperrte Freihafenelbbrücke und den geplanten Neubau der Köhlbrandbrücke. Außerdem berichtet Jahn über seine zweite Aufgabe: die zivil-militärische Zusammenarbeit und die Bundeswehrübung Redstorm.
Alle Ausgaben des Hamburger Hafenkonzerts gibt es unter ndr.de/hafenkonzert, in der NDR Hamburg-App und bei ARD Sounds.
Themen dieser Ausgabe (in Sendereihenfolge):
🚢 Der Hafenerklärer - Daniel Jahn über seine Rolle als Koordinator für Fachbesucher bei der HPA und seinen Weg vom Geschichtsstudium übers Museum für Hamburgische Geschichte in den Hamburger Hafen
⚓ Maritime Museumsszene - Ein Überblick über Cap San Diego, Rickmer Rickmers, Stettin, Bleichen und Co.: warum Hamburgs Museumsschifflandschaft weltweit einmalig ist
🌆 Hafenstadt statt Stadt mit Hafen - Was Hamburg von Rotterdam und Antwerpen unterscheidet: 70 Quadratkilometer Hafen mitten in einem urbanen Ballungsraum
📦 Größte Containerschiffe - Über die 24.000-TEU-Riesen, die 400 Meter langen Ozeanriesen und ihre Umläufe zwischen Europa und Nordostasien
🔌 Landstrom im Detail - Warum die Anlagen für Containerschiffe fast wichtiger sind als für Kreuzfahrer, wie Kabelübergabe bei Tidenhub funktioniert und was in den kleinen Gebäuden an den Terminals passiert
💻 Digitalisierung und Hafenbahn - Warum Hamburg mehr Container auf die Schiene bringt als Rotterdam, Antwerpen und Bremerhaven zusammen - und wo das System an Grenzen stößt
🚄 Sorgenkind Deutsche Bahn - Der Deutschlandtakt, die fehlende Trasse Hamburg-Hannover und was das für den Güterverkehr bedeutet
🌉 Brücken und Straßen - A26 Ost, gesperrte Freihafenelbbrücke, Ersatzneubau und der Neubau der Köhlbrandbrücke: warum kein Tunnel, warum überhaupt neu?
🛡 Zivilmilitärische Zusammenarbeit - Über die Übungsserie Redstorm Charlie, die Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Niederländischen Korps und die Resilienz kritischer Infrastruktur
🕵 Spionage und Sabotage - Warum Häfen offene Systeme sind, welche Sabotagefälle es gibt und wie GPS-Störungen den Verkehr beeinflussen
🌍 Weltpolitik und Schifffahrt - Wie die Krise in der Straße von Hormus die Ölpreise treibt, warum die Blockade des Suezkanals durch die Ever Given den Welthandel lahmlegte und was der Umweg um Afrika für den Hamburger Hafen bedeutet
⚖ Wilhelmshaven und Moorburg - Konkurrenz, Kooperation und die Zukunft des Hafenerweiterungsgebiets
🌅 Kritiker und Zukunftsideen - Meckerer aus Övelgönne, die Seilbahn über die Elbe, Hyperloop - und ein Ausblick, wann die neue Köhlbrandbrücke fertig sein könnte - Die Elbe war jahrhundertelang Nahrungsquelle für die Menschen in Hamburg und Umland - inzwischen gibt es nur noch wenige Fischer, die von ihr leben. Einer von ihnen ist Lothar Buckow aus Jork im Alten Land. Fast 70 Jahre alt, seit sechs Jahrzehnten auf dem Wasser, kommt er aus einer Fischerfamilie, deren Wurzeln nach eigener Überlieferung bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückreichen.
Der Hafenkonzert-Podcast begleitet Lothar Buckow bei seiner täglichen Reusenrunde rund um die Elbinsel Hanskalbsand. Zwischen Aalen, Kaulbarschen und der invasiven Wollhandkrabbe erzählt er von seinem ungewöhnlichen Weg in den Fischerberuf, von seinem Frust über wiederkehrende Sauerstofflöcher in der Elbe und den aus seiner Sicht ausbleibenden politischen Antworten darauf. Aber auch die Ruhe auf dem Wasser kommt zur Sprache - vier Stunden allein mit sich selbst, in denen sich mancher Gedanke sortieren lässt. Ganz nebenbei: Seeadler, Möwen - und wenn es gut läuft auch mal ein Schweinswal.
Alle Ausgaben des Hamburger Hafenkonzerts gibt es unter ndr.de/hafenkonzert, in der NDR Hamburg-App und bei ARD Sounds.
Themen dieser Ausgabe (in Sendereihenfolge):
🎣 Am Liegeplatz - Vorbereitungen fürs Reusenziehen mit dem kleinen Boot, während der Fischkutter "Elise" am Steg bleibt
⚓ Rund um Hanskalbsand - Reusen ziehen auf der Südseite der Elbinsel, wo Sauerstoffgehalt und Schilfgürtel noch gute Bedingungen bieten
🐟 Fänge des Tages - Aale, Kaulbarsche, ein Brassen, ein Elbbutt und immer wieder die invasive Wollhandkrabbe
🎓 Vom Studenten zum Fischer - Wie eine Muskelerkrankung und der Rat eines Arztes Lothar Buckow zurück auf die Elbe brachten
📜 Familientradition Buckow - Wurzeln in der Fischerei bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und die Flucht der Familie aus dem Osten nach 1945
🚢 Nach dem Fischereiverbot - Wie Buckow in den 1980er Jahren zum erfolgreichsten Aalfänger der Elbe wurde, als der Rhein nach der Sandoz-Katastrophe wieder besiedelt werden musste
🦀 Invasive Arten - Wollhandkrabbe und Schwarzmaulgrundel: wie sie in die Elbe kamen und was sie im Ökosystem anrichten
💨 Sauerstofflöcher und Schlick - Warum die Stintbestände zusammengebrochen sind und was das für das gesamte Ökosystem bedeutet
📉 Frust mit der Politik - Lothar Buckow als "Don Quixote der Elbe" über 30 Jahre Gespräche ohne Wirkung
🌅 Philosophie beim Fischen - Vier Stunden Ruhe auf dem Wasser: Zeit zum Nachdenken - und die eigenen Highlights: Seeadler, Schweinswal, Seeschwalbe
🏠 Nachfolge gesucht - Buckow möchte kürzertreten und sucht einen jungen Fischer für seinen Kutter "Elise"
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