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- Das Autoleben dauert immer länger. Elf Jahre alt sind die Fahrzeuge auf deutschen Straßen, der Wert steigt kontinuierlich an. Parallel dazu nimmt die Digitalisierung des Automobils beständig zu, manch einer redet gar von „Software-defined Vehicle“, einem Fahrzeug, dessen Funktion vollständig über Bits und Bytes sichergestellt wird.
Beide Trends in Einklang zu bringen, ist schon für die Autohersteller eine große Aufgabe. Erst recht gilt dies für den Autohandel und dessen Service-Geschäft. Leitmesse für diese Branche ist die Automechanika in Frankfurt, dort haben wir zwei Experten mit unterschiedlichen Perspektiven zum Werkstattgespräch gebeten.
Philipp Kupferschmidt arbeitet seit 20 Jahren für den IT-Beratungskonzern Accenture, seit vier Jahren verantwortet er dort als Geschäftsführer das Automobilgeschäft im deutschsprachigen Raum. Kupferschmidt geht in den Entwicklungsabteilungen der Hersteller ein und aus und weiß daher, wo der Schuh drückt. Seine Vision: Ein Auto per Updates über zwanzig Jahre auf dem neuesten Stand zu halten.
Burkhard Weller ist Unternehmer. 1979 verkaufte er in Osnabrück ein erstes Auto, einen Toyota Corolla, als geschäftsführender Gesellschafter gehört ihm mit der Weller-Gruppe verkauft er an 42 Standorten Auto diverser Marken, von BMW bis zu BYD. Zudem führt er den im vergangenen Jahr gegründeten Verband der Autohändler Deutschlands (VAD). Weller sieht in der Digitalisierung eine große Herausforderung für das Servicegeschäft, auch weil die Hersteller versuchen, ihre eigene Wertschöpfung auszubauen. - Wer an Unternehmen der Chip- und Automatisierungsindustrie denkt, kommt nicht unmittelbar auf Okriftel. Der Hattersheimer Stadtteil im Main-Taunus-Kreis ist ein eher ruhiger Ort am Main, kein Hightech-Hotspot. Mit einer Ausnahme: Hinter Supermärkten, beinahe versteckt, steht ein weißes Gebäude mit rot gerahmten Fenstern. Darin arbeiten Softwareentwickler, Hardwareingenieure und Mitarbeiter einer eigenen Fertigung an einer Technologie, ohne die viele moderne Fabriken nicht funktionieren würden.
- Erst der Milliarden-Vergleich zwischen dem Internetkonzern Meta und zahlreichen amerikanischen Bundesstaaten, dann die überwältigenden Geschäftszahlen des KI-Unternehmens Nvidia, und schließlich ein Aufsatz des Microsoft-Mitgründers Bill Gates über Künstliche Intelligenz: Wie in einem Brennglas hat diese Woche gezeigt, in welchem Spannungsfeld sich die Digitalisierung gegenwärtig befindet.
Da ist zunächst der spektakuläre und vermutlich auch historische Vergleich, den die Facebook-Muttergesellschaft geschlossen hat. Ihr warfen zahlreiche amerikanische Bundesstaaten vor, Kinder süchtig zu machen mit den Angeboten mit schädlichen Folgen. Schon kurz nach dem Prozess-Auftakt erklärt sich das von Mark Zuckerberg geführte Unternehmen bereit, Milliarden zu zahlen und wichtige Einstellungen der Angeboten zu ändern – der Zugriff von Kindern und Jugendlichen wird auf zwei Stunden am Tag beschränkt, nachts abgeschaltet. Was auf den ersten Blick eindrucksvoll aussieht, hinterlässt bei näherem Hinsehen durchaus Fragezeichen. Und was folgt daraus für Europa und andere Teile der Welt?
Der Nvidia-Konzern verdient wiederum weiterhin prächtig. Er meldete eine Umsatzverdopplung, einen Rekordgewinn und stellte weiter ein brummendes Geschäft in Aussicht. Die Anleger reagierten begeistert. Doch auch hier bleiben Fragen: Wie nachhaltig ist die zunehmend bedeutendere Rolle des Unternehmens als "Hausbank der KI", die wichtige Abnehmer mitfinanziert? Und wann führen die enorm hohen Margen dazu, dass der Wettbewerb zunimmt und andere Chip-Hersteller besser konkurrieren können?
Und schließlich legt Bill Gates einen umfassenden Aufsatz zu den Folgen der Künstlichen Intelligenz vor. Er warnt vor dramatischen Arbeitsplatzverlusten, noch schlimmeren Cyberangriffen und anderen kriminellen Folgen und auch davor, wie schädlich Chatbots für Kinder sein können. Seine Gedanken bilden so etwas wie eine Metaebene oder Klammer für die konkreten Fakten, die Meta und Nvidia präsentierten. Gates warnt: Wir sind zu schlecht vorbereitet auf das, was kommt.
Über all das sprechen wir in dieser Episode. - Dass Künstliche Intelligenz die Schlüsseltechnologie ist, die über Erfolg und Misserfolg der allermeisten Unternehmen entscheiden wird, ist längst bekannt. Große und kleine Firmen adressieren das Thema inzwischen allerorten, gründen KI-Teams oder ganze KI-Abteilungen, starten Pilotprojekte oder sind schon viel weiter. Doch wovon hängt eigentlich ab, ob das klappt? Und scheitert?
Nico Reichen ist Partner der Unternehmensberatung PWC in Deutschland und berät genau in diesen Fragen. KI ist eine Führungsaufgabe für alle und kein Nischenthema der IT-Abteilung, sagt er. Und macht auch deutlich, wo der Nachholbedarf am größten ist: Den normalen Angestellten gibt er im Schnitt die Note 3 in der KI, den KI-Anbietern hierzulande die Note 2 – den Führungskräften die Note 4. Denn die müss(t)en den richtigen Umgang erstens persönlich vorleben. Und zweitens eine überzeugende Strategie anbieten.
Für Reichen ist wichtig: Es geht nicht so sehr um eine KI-Strategie für ein Unternehmen, zunehmend macht KI wesentlich die gesamte Geschäftsstrategie aus. Er spricht über seine Erfahrung im Alltag der Kunden. Und verrät auch, wo KI in PWC drinsteckt inzwischen. - Wenn wir an Streiks und Gewerkschaften in der Metall- und Elektroindustrie denken, haben wir oft ein klassisches Bild vor Augen: das Fließband, die Werkshalle, den traditionellen Autobauer. Doch die Arbeitswelt wandelt sich – und mit ihr auch der Arbeitskampf.
Zu sehen war das unlängst im beschaulichen Roßdorf südlich von Darmstadt. Dort standen Menschen mit IG-Metall-Fahnen und roten Westen auf der Straße, die beispielsweise promovierte Chemiker sind, die Software entwickeln und Hochtechnologie-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie entwickeln. Sie arbeiten für Zeiss SMT, eine Sparte des Optik-Konzerns, die vom gegenwärtigen KI-Boom profitiert.
Und trotzdem – oder gerade deshalb? – knirscht es dort gewaltig. Die Belegschaft fordert einen Tarifvertrag und die 35-Stunden-Woche. Wir erzählen, was dahintersteckt. Was passiert, wenn Start-up-Kultur auf Konzernstrukturen trifft und warum dieser lokale Konflikt symptomatisch für die aktuelle Debatte um Arbeitszeiten in Deutschland ist.
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Im Podcast sprechen die Redakteure der FAZ über neue Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft, in der Industrie 4.0 - und in der Technik. Wir diskutieren miteinander und auch mit Gästen – dabei ordnen wir die aktuellen Themen rund um Digitalisierung und Technologie ein. Dabei geht es nicht nur um Bits und Bytes, sondern auch um einen größeren gesellschaftlichen Kontext. Jeden Freitag eine neue Folge.
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